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Stolz auf selbstzubereitetes Frühstücksangebot: Grundschüler aus der DaZ-Klasse der Schule am Park

Frühstück von Flüchtlingskindern

Schüler aus dem Nahen Osten bereiten Leckereien an der „Schule am Park“ vor. Das gehört zur Ausbildung in „Deutsch als Zweitsprache“.

Mit leckeren Frikadellen-Spießen und fruchtiger Bananen-Quarkspeise versorgten gestern Kinder aus dem Irak und Iran sowie aus Syrien und Tschetschenien ihre Mitschüler in der „Schule am Park“. Die Mädchen und Jungen aus den Flüchtlingsgebieten besuchen den „Deutsch als Zweitsprache“-Unterricht (DaZ) der Grundschule. „Das sind alles Schüler der DaZ-Basisstufe, das heißt. sie sind alle erst relativ kurze Zeit in Deutschland“, erläuterte Benjamin Rogge, der das im Aufbau befindliche DaZ-Zentrum der „Schule am Park“ leitet.

Bei der Frühstückszubereitung sind die Kinder aus dem Nahen Osten nur ausnahmsweise im Einsatz. Alle Lebensmittel für das Frühstück waren von Lidl gespendet worden. Im Zuge der Neueröffnung der örtlichen Filiale habe Lidl beim Deutschen Kinderschutzbund (DKSB) Hohenwestedt angefragt, ob es ein unterstützenswertes Projekt gebe, berichtete die DKSB-Ortsvorsitzende Melanie Theede: „Da ist mir Herr Rogge eingefallen, der auch gleich konkrete Vorschläge parat hatte.“ Der Erlös des Frühstücksverkaufs soll der DaZ-Gruppe zugute kommen. Die von Lidl bereitgestellten Lebensmittel wurden gestern ab 7.30 Uhr in der Küche der „Schule am Park“ zubereitet. Für die belegten Brötchen waren Uwe Harz und sein „gesundes Frühstücks“-Team zuständig, während die Flüchtlingskinder zusammen mit Benjamin Rogge und dessen Kollegin Johanna Faßbender Frikadellen- und Tomaten-Mozarella-Spieße sowie Bananen-Quarkspeise zubereiteten.

Um kurz vor 9 Uhr war es soweit. Die Kinder aus Syrien, Tschetschenien, aus dem Iran und Irak bezogen ihren Stand im Foyer der „Schule am Park“ und wurden von Rogge auf den bevorstehenden Ansturm der Grundschüler vorbereitet: „Da kommen gleich ganz viele Kinder, die sagen ,Ich will das da!’ - was macht Ihr dann?“ Verschiedene Preise mussten sich die DaZ-Schüler nicht merken, denn beim „gesunden Frühstück“ des Fördervereins „Wir bauen Brücken“ kosten alle Produkte einheitlich 50 Cent. Rogge instruierte seine Schützlinge auch, wie sie die Kundenströme in ihre Richtung lenken könnten: „Ihr stellt Euch hierhin und sagt ,Kommt hier rüber! Hier gibt es Quarkspeise und Frikadellenspieße!’“ Nach zehn Minuten waren die Spieße ausverkauft, und die DaZ-Kinder priesen ihr verbliebenes Angebot lautstark an: „Quarkspeise!“ „Banane!“ „Lecker!“

„Der DaZ-Unterricht macht viel Spaß, weil man relaiv schnell Erfolge sieht“, vermerkte Rogge. Die Flüchtlingskinder sind sieben bis elf Jahre alt und alle im Verlaufe des vergangenen Dreivierteljahrs nach Deutschland gekommen. Ihr wöchentlicher DaZ-Unterricht umfasst elf Stunden. „Die restlichen zehn bis 15 Schulstunden verbringen die Kinder in normalen Regelklassen“, erläuterte Rogge. Die schnellen Fortschritte der DaZ-Kinder seien bemerkenswert, so Rogge: „Man braucht mindestens drei bis vier Monate, um einen passiven Wortschatz zu erwerben, mit dem man die grundlegenden Dinge im Alltag verstehen kann.“ Mit dem Erlös des Frühstücksverkaufs soll ein Ausflug der DaZ-Kinder zur Phänomenta nach Flensburg finanziert werden.

Quelle: http://www.shz.de/lokales/landeszeitung/fruehstueck-von-fluechtlingskindern-id8177811.html